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Grüsse aus Reims

Hallihallo!

Vorab muss ich sagen, dass ich es wirklich toll finde, dass so viele Leute hier vorbeigucken. Deshalb fällts mir auch nicht so leicht, Euch zu sagen, dass ich nun nicht bis Santiago gehen werde.

Meine Tour wird fürs erste in Paris unterbrochen, das hat persönliche Gründe (nix schlimmes, eher das Gegenteil) Irgendwann werd ich "den Rest" dann mal in Angriff nehmen.

Nun zu den vergangenen Tagen:

Habe am Montag in Namur dann einen Mitpilger kennengelernt, der war durch Zufall sogar bei mir aufm Zimmer. Er kommt aus Hollandn heisst Koos und ist 45 Jahre alt. Bis heute waren wir gemeinsam unterwegs. Am ersten Abend sind wir in der Abtei Leffe bei Dinant untergekommen. Das heisst, wir konnten im Klostergarten zelten. Diese Bewährungsprobe haben Zelt und Pilger gut überstandenn und so wurde in den folgenden Tagen auch oft gecampt.

Im Kloster konnten wir dann mit den Mönchen im Chor die Gebete Vesper (abends) und Laudes (morgens) besuchen. Konnte natürlich nix verstehen, aber die Stimmung war schon einzigartig. Abendessen und Früstück gabs natürlich auch.

In den nächsten Tagen sind wir dann durch viele kleine Dörfer gekommen, wo wir uns im einzigen sauteuren "Supermarkt" mit dem Nötigsten für Pausen, Abendessen und Früstück eindecken konnten. Wir haben dann fast immer gezeltet und da ich ein 1mannzelt habe musste wirklich alles ausser das Schlafen im Freien stattfinden. Das Wetter hat bisher Gott sei Dank mitgespielt!

Gestern sind Koos und ich dann in Reims angekommen. Er ist heute weiter Richtung Vezelay und ich bin mir sicher, dass er auch in Santiago ankommt.

Die Herberge ist für heute leider ausgebucht, so dass ich mir für heute was anderes suchen mussten. Als ich auf der Suche nach nem billigen Hotel schon verzweifelte hat eine sehr nette rüstige Rentnerin meine Jakobsmuschel entdeckt. Die sprach sogar etwas englisch und hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um mir einen Schlafplatz zu besorgen! Dahin chauffiert wurde ich von ihr auch noch. Sowas erlebt man wirklich nur als Pilger.

Bin nun in einer kirchlichen Einrichtung untergebracht mit super Einzelzimmer und Frühstück für keine 17 Euro.

So, ich hoffe, dass ich vor Paris nochmal die Möglichkeit habe, etwas zu schreiben.

Dann machts mal gut, Äthi.

9.5.07 15:09


Paris

Wir holen den DFB-Pokal, und wir werden Deutscher Meister!

Hallihallo!

Seit Freitag bin ich nun in Paris, hab erst in einem Hotel gewohnt und bin dann gestern inne JHB umgezogen.

Von Reims aus gings dann also alleine weiter. Gar nicht so einfach, dass Alles richtig zu sortieren, mal sehen, obs klappt.

Zuerst gings dann nach Ville-en-Tardenois, nachdem ich in einem kleinen Dorf vorher nichts gefunden hatte. Bloederweise hatte ich anfangs probiert, den GR zu folgen, das sind die franz. Fernwanderwege, doch die waren zum einen schlecht gezeichnet und zum Andern war der Masstab meiner Karte dafuer nicht geeignet. Hatte in besagtem Oertchen dann Glueck, dass ich ne  super Unterkunft gefunden habe. Die Frau aus dem Pastorat hat mich bei sich aufgenommen. Lebte mit ihrem Mann zusammen in einem grossem, aussergewoehnlich umgbauten Hof. Er ist Prof in Reims, spricht deutsch und kennt auch die FH-Aachen. Hatte so mein eigenes Zimmer, eigentlich sogar zwei und eigenes Bad. Abends gabs gutes Essen und natuerlich auch Fruehstueck.

Am naechsten Tag gings weiter nach Dormans. Obwohl ich dort mit einem von der Kirche sogar im Rathaus war blieb am Ende nur der Campingplatz. Wegen Scheisswetter musste ich mich schon um halb neun ins Zelt legen und konnte aus dem gleichen Grund bis 3 nicht pennen! Das war sehr, sehr uebel.

Von da an gings an der Marne entlang nach Chateau-Thierry. Das war dann schon ne richtige Stadt, weshalb ich auch zwei-drei Tage bleiben wollte. Ueber das Touristenbuero bekam ich dann eine kleine Wohnung. Die kostet normal 65€/Tag, habe die von den Vermietern aber fuer 50€ fuer 2 Tage bekommen! Waren eben sehr glaeubige Menschen, die das mit dem Pilgern gut finden. Haben mich abends auch wieder zum Essen eingeladen. Bin dann in ein unglaubliches Gewitter geraten, weshalb ich meine Fenster nicht rechtzeitig schliessen konnte. Das Badezimmer war wirklich von oben bis unten nass, sowas hatten die da auch noch nicht erlebt. War aber kein Problem fuer die.

Weiter an der Marne gings durch die Weinberge bis Saacy-sur-Marne, eins von diesen kleinen Doerfchen. In der Kirche hab ich dann ne Frau getroffen, ne Schlesierin, die deutsch sprach. Sie hat mich dann zum Pastor gebracht, Pole, und schlafen konnte ich dann im Katechismus-Klassenraum. Abendessen und Fruehstueck gabs beim Pastor und morgens war ich noch mit in der Messe.

Am naechsten Tag wollte ich eigentlich nach Meaux, hab aber frueh gemerkt, dass das nicht klappen wuerde, da ich erst so spaet los war. Hab mich dann fuer Trilport entschieden, war mir aber sicher, mich verlaufen zu haben. Mitten im Feld hab ich dann das erstbeste Auto angehalten und erfahren, dass ich doch richtig war, kurz vorm Ziel. Die Frau hat mich dann zu ihrem Vater gebracht, einem pensionierten Chirurgen, der mal Chefarzt in Meaux gewesen war. Dort konnte ich bleiben und hatte wieder mal Riesenglueck mit der Unterkunft! Das Haus war wirklich enorm, ziemlich gross, von 1892 und von ueberall mit ordentlichen Schnitzereien und Schnickschnack ausgestattet. Die Fenster waren bunt und bleiverglast. Bin direkt mit dem Gastegeber nach Meaux gefahren, wo er mir die Kathedrale und etwas von der Stadt gezeigt hat. Abends waren dann auch die Frau und Tochter da, es gab wieder Essen und Fruehstueck. Hatte natuerlich wieder mein eigenes Schlaf- und Badezimmer.

Bin dann bis Meaux gewandert und von da aus dem Canal de l'ourq bis Claye-Souilly gefolgt. Hier wurde ich jemandem aus dem Rathaus wieder zum Pastor gebracht. Der hatte die Bude voll und war sehr beschaeftigt. Mein Zimmer wurde gerade leergeraeumt, da schien laenger keiner mehr gepennt zu haben. Das wurde deutlich als ich mich aufs Bett setzte und das unter mir zusammenbrach. Doch der Pastor hatte keine Zeit, musste erstmal mit ihm in den Nachbarort zur Vorabendmesse wegen Christi Himmelfahrt. Wie schon in Saacy wurde ich in der Messe persoenlich begruesst. Als es spaeter zurueckging ist uns eine Frau aus der Kirche gefolgt. Die hat mich dann bei sich aufgenommen. Gluecklicherweise sprach die gut spanisch, und so konnte ich mich nach laengerer Zeit mal wieder mit wem unterhalten. Mann und Sohn waren gerade nicht da, nur die Tochter. Habe mich dann lange mit der Frau unterhalten. Die ganze Familie hat was mit Fliegerei zu tun. Ihr Vater war Testpilot fuer Militaermaschinen, sieh Stewardess, ihr Mann macht da auch irgendwas, ein Schwager ist Pilot und dann hat sie mir noch Fotos  gezeigt wie die ganze Familie, sie auch, frueher Formationsfluege mit Sportmaschinen gemacht hat. Auch hier gabs ein Abendessen, schoenes Zimmer und Fruehstueck.

Mir wurde angeboten noch 1-2 Tage zu bleiben und das haette ich auch besser gemacht. Mir tat schon am Vortag mein Schienbein sehr weh, und das wurde unterwegs so schlimm, dass ich schon mittags in einem Vorort von Paris abbrechen musste. Hab dann ein wenig tolles Hotel gefunden und war froh, dass ich am naechsten Tag weiter konnte.

Die Schmerzen waren zwar noch da, aber ich wollte unbedingt nach Paris. 1. sind diese Vororte alle nicht so toll, und 2. hatte ich die Hoffnung Samstag in Paris irgendwo deutsches TV fuer die Bundesliga zu finden. Hat leider nicht geklappt. Bis Paris gings ganz gut, dann wurds allerdings uebel mit der Hotelsuche. Die 2-Sternehotels kosten hier nicht selten bis 80 Euro pro Nacht. Hab dann gluecklicherweise eins fuer 30 gefunden und hatte sogar Dusche und WC aufm Zimmer, Schnaeppchen!

So, habe bisher nicht viel von Paris gesehen, will erstmal mein Bein schonen. Mittwoch kommt dann Ela, ich denke dann gucken wir uns das Alles mal an hier.

 

Bis bald! 

 

 

21.5.07 12:51





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